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Hans Wrage
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Der Maler und Graphiker Hans Wrage, Ausstellung Galerie Morganti 1997 Hamburg
Das Schaffen von Hans Wrage zeigt eine enge Verbundenheit zur Natur und zu seiner Heimatstadt Hamburg Die [Eindrücke, die er von der norddeutschen Landschaft und von seiner ihm liebgewordenen Heimatstadt empfängt, reizen ihn immer von neuem zur künstlerischen Gestaltung seiner Bilder.
Hans Wrage ist am 12. Oktober 1921 geboren in Hamburg in der Nähe der Michaeliskirche. 1937 bis 1939 machte er eine Lehre als Gebrauchswerber, aber hier schon wollte er seine gestalterischen Fähigkeiten ins künstlerische übertragen. In der Kunstschule am Lerchenfeld besuchte er Abend- und Wochenendkurse und lernte Malen und Zeichnen bei dem bekannten Künstler Friedrich Schaper. Für seine weitere Entwicklung waren wichtig die Arbeiten von Illies und Eitner, sowie ein kurzer Studienaufenthalt bei Marie Vogler in Worpswede. Die Künstlerin hatte ein offenes Haus und führte viele junge Künstler in die Landschaftmalerei ein, nachdem Heinrich Vogler, der von kommunistischen Ideen getrieben, nach Rußland ging und dort elendig zu Grunde ging. Die Begegnung in Worpswede haben Wrages Landschaftsmalerei beeinflußt.
Im Jahre 1940 wurde Wrage Soldat. Er kam 1943 in Gefangenschaft und verbrachte diese Zeit in den USA und England. Diese Zeit nutzte er für seine zeichnerische Ausbildung, er kam in den USA in Kontakt mit Walter Honeder, einem Maler aus Innsbruck und Dr. Bushart, einem Kunsthistoriker von der Staatsgalerie Stuttgart. Durch diese Begegnung erhielt er auch Hinweise für die abstrakte und ungegenständliche Malerei. Aus der Gefangenschaft 1946 zurück, ging sein Weg nach Hamburg.
1948 nahm Hans Wrage seine künstlerische Studien an der Kunsthochschule aus Lerchenfeld in Hamburg wieder auf. Er wurde hier unterrichtet von Rolf Böhlig und Erich Wessel.
Wrage wurde Mitglied verschiedener Hamburger Künstlervereine und hatte bis 1997 rund 20 Einzelausstellungen und über 50 nationale und internationale Gemeinschaftsausstellungen.
Stellen wir fest, der Künstler Hans Wrage arbeitet fast nur vor der Natur, geht hier den Weg vieler Hamburger Künstler. Und hier muß der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle Alfred Lichtwark (1886-1913) genannt werden.
Lichtwark wollte weg von der schwulstigen Ateliermalerei. Eine sehr leistungsstarke Gruppe von jungen Malern, die sich im ,,Künstlerclub von 1896" vereint hatten, haben auf ihre Fahnen geschrieben, das Aquarell und auch das Ölbild lebt vom Licht. Auch Hans Wrage ließ sich von dieser Linie beeinflussen. Die Farbe in seinen Bildern, ob Landschaften aus Norddeutschland oder Jütland oder seine Stadtlandschaften einschließlich des Hamburger Hafens, spricht an, er geht voll seiner Empfindung nach. Ob er in Öl oder in groß- oder kleinformatigen Aquarellen arbeitet, Licht oder Stimmung bringt er gekonnt auf das Blatt. Es ist in der Hauptsache das Motiv als Ganzes, was ihn packt.
Das oberste Gesetz seines künstlerischen Schaffens ist Ehrlichkeit in der Auffassung als auch in der Wiedergabe. Seine Landschaften lassen an malerischen und Stimmungsreizen, an satter Farbigkeit und eindrucksvoller Vielseitigkeit den Künstler erkennen, der nicht nur über ein gediegenes Können, über eine farbenreiche Palette, sondern auch zugleich über einen guten Geschmack verfügt. Hans Wrage besitzt die sinnfällige Sicherheit in der Zusammenstellung der Farben, diese Begabung des Künstlers, die Eindrücke stark hervortreten zu lassen, macht es auch den Laien leicht, sich in den Stimmungsgehalt der von Hans Wrage gemalten und gezeichneten Arbeiten zu versenken und vor allen Dingen zu verstehen.
Wer die Hauptlinie des Schaffens von Hans Wrage sieht, muß einen weiten Bogen schlagen: Bilder aus der Marsch, von Fehmarn, aus der Heide, Motive des Hamburger Hafens und viele Ölgemälde und Aquarelle aus seiner Heimatstadt Hamburg umreißen seine malerische Welt. Die Stadt ist für Hans Wrage ein vieldeutiges Gebilde mit vielen Aspekten.
Anläßlich einer Ausstellungseröffnung sagte Kurt Gerntke über Hans Wrage: ,,Wrage malt auch draußen in der fast noch unberührten Natur, aber auffällig ist doch bei der Wahl seiner Motive die starke Neigung, Gegenstände, die der Mensch geschaffen hat, zu Eckpunkten seiner Bilder zu machen und damit Spannung in die Komposition zu bringen".
Prof. Dr. Gerhard Kaufmann, Direktor des Altonaer Museums Hamburg, äußerte sich über Hans Wrage: ,,In Texten über seine Arbeit wird besonders eingehend seine Beschäftigung mit der Stadtlandschaft gewürdigt und in der Tat spielen Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde besonders aus den Stadtteilen Eimsbüttel, Altona und St. Pauli eine wichtige Rolle in seinem Schaffen".
Nicht nur der touristische Blick für das altbekannte Hamburg haben Wrage gereizt, sondern anspruchslose Straßen und Plätze, wo das Leben nicht mehr in voller Wucht pulsiert. Hier hat er als liebevoller Beobachter der Stadtlandschaft noch humane Züge eingearbeitet, die einer Großsiedlung aus Beton nicht das Wasser reichen können.
Hans Wrages Bilder machen Sehnsucht nach Hamburg und Norddeutschland. Seine bevorzugten Sujets sind immer wieder Hafen, Boote, Schiffe und Werftanlagen. Hans Wrage hat viele Aquarelle und Ölbilder auch Siebdrucke sind darunter, geschaffen. Nicht ganz naturalistisch, aber auch nicht abstrakt, sie leiten auf das Wesentliche hin. So hat Wrage einen guten Kompromiß gefunden. Aber nicht nur die äußeren Vorgänge sind ihm wichtig, sondern die Seele der Dinge, die ihm zum Bildstoff werden. Das oberste Gesetz seines künstlerischen Schaffens ist Ehrlichkeit. Wrage malt seine Bilder nicht einfach herunter, sondern er ringt im wahrsten Sinne des Wortes mit der Materie und ruht nicht eher, bis der Pinsel befriedigt aus der Hand gelegt werden kann.
© CTW Thomas Wrage Stand: 11.12.1999