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Hans Wrage
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Senator Maier eröffnet Ausstellung von Aquarellen und Ölbildern des Malers Hans Wrage im neuen Staatsarchiv
Das untergegangene Fischerdorf Altenwerder wird noch einmal lebendig– im Staatsarchiv an der Kattunbleiche.
Gemeinsam mit dem renommierten Verein für Hamburgische Geschichte hat da Archiv eine sehenswerte Ausstellung des Hamburger Malers Hans Wrage organisiert – sie heißt:
"Natur- und Kulturlandschaft in Altenwerder und auf den Elbinseln". Mehr als 30 Jahre lang hat Hans Wrage (78) die Umwandlung des Dorfes und der um1iegenden Landschaft zu e inem Hafen- und Industriegebiet begleitet. Das Ergebnis sind 40 Ölgemälde und Aquarellen von beinahe dramatischer Kraft, die hier - im Hort der Geschichte Hamburgs - genau den richtigen Ausstellungsort gefunden haben.
Mehr als 100 Gäste gegrüßte Staatsarchiv-Direktor Prof. Hans-Dieter Loose am Dienstag zur ,,ersten originären Ausstellung im neuen Archiv". Wrages Bilder stellen laut Loose ein Stück Hamburger Topographie dar, das längst Vergangenheit geworden sei.
Stadtentwicklungssenator Willfied Maier sagte bei der Eröffnung zu Recht, Bilder wie die hier gezeigten hätten immer zugleich ,,etwas Süßes und etwas Schmerzhaftes". Maier erinnerte daran, wie einzigartig die ökologische Bedeutung der hamburgischen Umgebung war und ist -auch wenn Vieles davon sich heute nicht mehr finden lässt". Um so dankenswerter sei es, dass Künstler wie Hans Wrage das Vergangene dokumentiert hätten.
Tatsächlich ist es dem produktiven Künstler gelungen, die dynamischen Prozesse rund um den Abbruch Altenwerders einzufangen - in ruhigen Bildern, die durch ihre scheinbar idyllischen Motive erst besonders dramatisch wirken. Nicht nur wunderschöne Landhäuser und Bauernhöfe verschwanden mit den Jahren, sondern auch Knicks und Wiesen, ie - heute betrachtet - nicht vermuten lassen, dass die Millionenstadt Hamburg quasi stets in Sichtweite lag.
Hans Wrage gelang auf diese Weise, was er selbst als das ,,Ineinangreifen von Natur und Großstadt" bezeichnet hat, auch wenn die Hafenmetropole gar nicht immer zu sehen ist. Zu diesem Eindruck trägt auch die geschickte Auswahl und Präsentation der Bilder bei: hier eine Marschwiese, dort ein Bauwagen. Hier ein alter Obstgarten, dort ein halb abgebrochenes Haus – so greifen auf der Leinwand auch immer wieder lieb gewordene Vergangenheit und eine (noch) ungewisse Zukunft ineinander.
Hans Wrage Jahrgang 1921, ist mit dem Hafen und seiner Umgebung von frühester Kindheit an vertraut: Er wurde hier geboren und wuchs dicht beim Michel auf. Über seine norddeutschen Arbeiten sagte Wrage: ,,Die Weite der Marschen bis zum Horizont herabreichende hohe Himmel, das Wasser, der Menschenschlag alles sprich, mich an. Die herbe Schönheit der Küstengebiete, ja auch das notwendig Hässliche sind Anstoß für mich zu schaffen und zu malen."
Die Motive der ausgestellten Bilder werden nicht nur anhand von Texten und Kartenmaterial erläutern, sondern der Verein für Hamburgische Geschichte zeigt im Ausstellungsraum parallel einen von Hans Wrage gedrehten Film über den Untergang Altenwerders.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 15. Dezember im neuen Staatsarchiv, Kattunbleiche 19 (nähe U-Bahnhof Wandsbekmarkt). Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr, Mittwoch bis 18 Uhr.
© CTW Thomas Wrage Stand: 07.12.1999